
Kronen Zeitung
STOLZER HEIMATORT
Bruder von U17-Erfolgscoach: „Ganz was Besonderes“
Österreich im WM-Finale? Das erlebt man hierzulande freilich nicht alle Tage. Das U17-Nationalteam hat das Unmögliche dennoch möglich gemacht, kämpfte am Donnerstagabend gegen Portugal um die begehrte Trophäe. Auch wenn am Ende „nur“ der Vizeweltmeister-Titel blieb, überwog der Stolz.
Auch in Hermann Stadlers Heimatort Oberndorf war das Finale der U17-WM ein großes Thema. Gut 25 rot-weiß-rote Fans fanden sich im benachbarten Laufen (Bayern) ein, um in einem Gasthaus per Public Viewing mitzufiebern. Der Wirt sperrte dafür sogar extra an seinem Ruhetag das Gasthaus auf und servierte klassisch Frankfurter mit Brot und Kren!
„Da kam ich eigentlich nicht wirklich aus. Das sind meine Stammgäste, und bei so einem besonderen Event macht man das dann einfach“, trauerte Inhaber Stephan Groitl seiner Freizeit keineswegs nach. In seinem Gasthaus feierte der U17-Erfolgstrainer auch schon einige Geburtstage. „Er mag es hier einfach und ist oft bei uns. Er ist ein richtig bodenständiger Typ!“, erzählte er über Stadler, dem sogar eine WM-Sektflasche angefertigt wurde.
„Wir sind Sieger der Herzen“
Auch die Brüder des Trainers ließen sich das Match zwischen Österreich und Portugal nicht entgehen. „Für uns ist das natürlich etwas ganz Besonderes, was Hermann mit dem jungen Team geleistet hat. Wir sind zwar ohnehin alle Patrioten, aber dadurch ist die Bindung zur Mannschaft natürlich noch stärker“, sagte Walter Stadler, der jüngere Bruder, während der Partie (0:1) im Gespräch mit der „Krone“.
Trotz Niederlage gab‘s nach Schlusspfiff dennoch Applaus: „Schon bitter. Ich werde ihm am Abend sicher noch schreiben. Wir sind Sieger der Herzen“, so Walter Stadler, der nach Spielende einige Minuten sitzen blieb und nachdenklich in Richtung Fernseher blickte.
Oberndorf plant Empfang für Hermann Stadler
Auch wenn das Finale verloren ging, soll der Vizeweltmeister-Trainer kommende Woche noch feierlich geehrt werden. Zwar wird es keine wie von manch einem Fan geforderte Ehrenbürgerschaft geben, aber: „Wir planen einen offiziellen Empfang nach seiner Heimkehr. Wir sind sehr stolz auf ihn und das Team!“, bestätigte Oberndorfs Bürgermeister Georg Djundja. Den genauen Termin konnte der Politiker aber noch nicht nennen.
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